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Bei den drei aktuellen Siedlungsprojekten (Imhof, Rosengarten und Ortsmitte) haben wir zur Schaffung von Mietwohnungen auf Investoren gesetzt, die über eine Mischkalkulation in der Lage sind, 20% der entstehenden Wohnfläche zu bezahlbaren Konditionen anbieten… für einen befristeten Zeitraum.

Grundstücke für Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser haben wir über ein Vergabeverfahren an die Bürger*innen bisher oft selber vermarktet. Da wir nicht gewinnorientiert arbeiten müssen, können wir das Bauland zu besseren Preisen verkaufen als die meisten Investoren und tragen so zu bezahlbarem Wohnraum bei.

Welche Möglichkeiten haben wir aber darüber hinaus?

Mietraum:

a) Wir könnten eine eigene Wohnungsbaugenossenschaft gründen (da sind auch Partnerschaften möglich). Möglich, zielführend, die Ressourcen haben wir dafür aktuell nicht in der Verwaltung, aber auf jeden Fall spannend und die Fläche bliebe in unserem Eigentum.

b) Wir könnten mit der Kreisbaugesellschaft des Kreises Verden zusammenarbeiten. Wir sind bereits Gesellschafter und könnten uns auf Ressourcen und Können der Kreisbau verlassen, die übrigens gerade ihr 100jähriges Jubiläum gefeiert hat. Allerdings müssten wir jeweils das Grundstück kostenlos einbringen (im Sinne von hergeben).

Eigentum:

Flächen für Quartiersentwicklung stehen uns nur begrenzt zur Verfügung und eigentlich wollen wir den ländlichen Charakter auch nicht verlieren. Nachhaltiges Flächenmanagement, Innenraumnachverdichtung, Verjüngung alter Wohngebiete sind wichtige Stichworte. Gerade bei den beiden letztgenannten gilt: die Flächen und Häuser gehören uns i.d.R. nicht und damit haben wir auch kaum Möglichkeiten zu gestalten oder Einfluss zu nehmen.

Angesichts der Entwicklung auf dem Grundstücks-, Bau- und Kapitalmarkt wird es auch für uns in Zukunft immer schwerer sein, Bauland zu solchen Preisen an den Markt zu bringen, dass sie „bezahlbar“ sind.

Meiner Meinung nach ist es an der Zeit für eine systematische Bodenpolitik.

Zum einen sollten wir systematisch Flächen aufkaufen. Umfangreicher Bodenbesitz erlaubt es zum einen die für Bebauungspläne erforderlichen Ausgleichsflächen darzustellen. (Auf eigenen Flächen lässt sich ja übrigens auch sehr viel leichter ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz leisten, aber ich schweife ab.) Der überragende Vorteil ist aber der, dass wir eigene Flächen sehr viel günstiger verkaufen können als Investoren.

Zum anderen sollten wir die Möglichkeiten des Erbbaurechts ausschöpfen. Über das Erbbaurecht können wir auch „Normalverdienern“ die Ansiedlung in Oyten ermöglichen UND nach Ablauf der Frist fällt der Boden wieder an uns zurück und wir behalten die Möglichkeit der Gestaltung zum Wohl der Gemeinde.

Wir haben eine wirklich hohe Nachfrage an bezahlbarem Mietwohnraum und bezahlbaren Grundstücken in Oyten und das wird auch so bleiben.

Sobald wir wieder ein bisschen mehr Luft haben, gehen wir mit diesem Thema in die politische Diskussion.