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Im gestrigen KLUGE-Ausschuss wurde der neue Konzeptentwurf für die neue Ortsmitte öffentlich vorgestellt. Obwohl wir in den letzten 17 Jahren Schleife um Schleife drehen mussten, war das Interesse ungebrochen hoch. Der Saal war rappelvoll, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass der interessierte Investor ein Oytener Jung mit gutem Ruf und vielen bekannt ist.

6 Jahre bin ich nun für dieses Projekt zuständig und 6 Jahre fühlte es sich an wie 1 Schritt vor, 2 zurück. Pandemie, archäologische Grabungen, der Ukraine-Krieg, Wirtschaftskrise, Baukosten- und Zinssteigung, die Tücken des Vergabeverfahrens in einem komplexen Sanierungsverfahren und immer wieder Investorensuche.

So oft bin ich in den vergangenen Jahren gefragt worden, ob wir uns mit diesem Sanierungsverfahren nicht übernommen haben. Wir waren mehr als einmal an einem toten Punkt und ich wirklich nicht mehr in meiner Balance. Heute aber sage ich: mit diesem meinem Team und diesem Partner denkmalstadt GmbH übernehmen wir uns nicht, das kann richtig gut werden.

Falls Sie gestern nicht dabei sein konnten, klicken Sie auf diesen Link, hinter dem wir ein paar Dokumente für Sie abgelegt haben.

Aus der Diskussion, die sich nach der Präsentation, die Hr. Dr. Meier hielt, ergab, habe ich diese Notizen für Sie:

Zeitliche Planung?

-> Zunächst muss Planrecht geschaffen werden, dann kann der Genehmigungsantrag beim Landkreis Verden eingereicht werden. Für den Bau (aller Gebäude) setzt Hr. Dr. Meier ca. 2 Jahre an. Wenn alles optimal läuft, könnten die von ihm skizzierten Gebäude 2029 bezugsbereit sein. Wir bleiben weiterhin zuständig für die öffentlichen Flächen und hoffen, damit schon im nächsten Jahr anfangen zu können.

Wieviele Wohneinheiten werden geschaffen?

-> Stand heute 138, das kann sich aber noch nach unten verändern

Was ist das Kernelement zum Gelingen der Aufenthaltsqualität?

-> Aus Sicht und der Erfahrung von denkmalstadt die Parkgarage, die eher kleinen Wohnungen zur Miete und die Kulturscheune. Es muss gelingen, den Verkehr möglichst gering zu halten, wozu das Klima- und Parkhaus beiträgt, und Leben statt Ruhe, wozu neben der Kulturscheune und auch kleine Mietwohnungen eher beitragen als Einfamilienhäuser mit Garten und Zaun. Wir als Verwaltung können uns gut vorstellen, mit der Bücherei in die Kulturscheune zu ziehen. Aber dafür müssen noch einige Fragen beantwortet und Entscheidungen von Politik getroffen werden.

Ist das Parkhaus nur für Besucher der Ortsmitte oder auch für Anwohner?

-> Letzeres. Perspektivisch sollen übrigens alle Plätze mit Wallboxen ausgestattet werden

Können auch benachbarte Anwohner von der Klimagarage mit Strom / Wärme versorgt werden?

-> Das ist vorstellbar. Der konkrete Bedarf wird zu gegebener Zeit erhoben.

Mietpreise?

-> das muss noch kalkuliert werden, orientiert sich aber letztlich am Markt.

Geförderter Wohnraum?

-> noch unklar. Sollte das da nicht mit angeboten werden können, finden wir an anderer Stelle Lösungen, für den Bedarf an gefördertem Mietwohnraum, der übrigens gerade von Seiten des Landkreises aktualisiert für Oyten berechnet wird.

Hr. Dr. Meier bekam gestern Applaus vom Publikum und wir den einstimmigen Beschluss, mit der denkmalstadt GmbH die Vertragsverhandlungen voranzutreiben und das Quartier auf der Grundlage seines Entwurfs umzusetzen.

Ich bin gespannt, was Sie mir in den kommenden Wochen an Feedback geben werden zu dem, was Sie hier heute hören und sehen. Nur auf ein anderes Vorhaben bin ich so oft angesprochen worden, wie auf dieses: auf den alten Krug.

Im weiteren Verlauf des Projektes werden sich sicherlich noch kleinere Änderungen ergeben. Über die werden wir dann im Ausschuss berichten.

Es wird keinen Entwuf geben, der allen gleichermaßen gefällt. Aber wir haben Ziele zu erreichen, Ziele, die im Sanierungskonzept, für das wir Fördermittel kriegen, festgelegt sind. Das kann mit dem gestern vorgestellten Quartiersentwurf gelingen – Hallelujah!